
André Sole - Bergers


André Sole - Bergers / Filmproduzent / Autor / Initiator
Verantwortung beginnt dort, wo niemand klatscht. André Sole - Bergers beschäftigt sich mit der Frage, was passiert, wenn Menschenwürde nicht nur ein Begriff bleiben soll. Aus dieser Auseinandersetzung entstand „Ally – der Film“, ein Bildungsfilm über die Ermordung von Kindern im Nationalsozialismus, der für den Einsatz an Schulen entwickelt wird. Der Film verbindet historische Bildung mit einer Frage, die weit über die Geschichte hinausweist: Was macht Entmenschlichung möglich – und welche Verantwortung tragen wir, wenn wir sie erkennen? Um die Finanzierung des Films voranzubringen, lief André Sole Bergers 700 Kilometer nach Berlin und sammelte dabei Spenden für das Projekt. Der Lauf wurde damit selbst Teil der Geschichte von „Ally“: eine konkrete Handlung für eine Idee, die ihm wichtig ist. Die Erfahrung dieses Laufes und die intensive Auseinandersetzung mit Menschenwürde bilden inzwischen auch die Grundlage für ein Buch, an dem André Sole Bergers arbeitet. Darin verarbeitet er, was unterwegs entstanden ist: Gedanken über Würde, Verantwortung, gesellschaftliche Haltung und die Frage, wie aus Überzeugung tatsächliches Handeln wird. Seine Projekte folgen dabei einem gemeinsamen Prinzip: Eine Haltung zeigt sich nicht darin, was wir über uns selbst sagen. Sie zeigt sich darin, was wir bereit sind zu tun. Das gilt für „Ally – der Film“ ebenso wie für den 700-km-Lauf und das daraus entstandene Buchprojekt. Bildung als Handwerk André Sole Bergers interessiert sich für die Lücke zwischen Erkenntnis und Handlung. Was muss passieren, damit Menschen ein Thema nicht nur verstehen, sondern ihre eigene Verantwortung darin erkennen? Wie lässt sich ein komplexes gesellschaftliches Thema so vermitteln, dass es weder vereinfacht noch abstrakt bleibt? Und was braucht es, damit aus einer Idee ein Projekt wird, das auch unter schwierigen Bedingungen weitergeführt wird? Mit „Ally – der Film“ arbeitet er genau an dieser Schnittstelle. Der Film soll Schülerinnen und Schüler nicht mit einer fertigen moralischen Botschaft zurücklassen. Er soll einen Zugang schaffen, über den sie sich mit Menschenwürde, Ausgrenzung und Verantwortung auseinandersetzen können. Auch seine Vorträge und Workshops setzen an dieser Schnittstelle an. André Sole Bergers spricht über Verantwortung nicht aus der Distanz. Er entwickelt selbst Projekte, sucht Finanzierung, geht Risiken ein und setzt Ideen praktisch um. Seine Erfahrungen aus dem Filmprojekt, dem Spendenlauf und der Auseinandersetzung mit Menschenwürde bilden den Ausgangspunkt für seine Arbeit als Speaker. Dabei geht es nicht um Motivation um ihrer selbst willen. Es geht um Orientierung. Um die Fähigkeit, eine Haltung zu entwickeln, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung auch dann zu übernehmen, wenn es unbequem wird. Wirkung ist keine Meinung. Wirkung ist Entscheidung.
Was treibt dich an?
Diese Frage bekomme ich seit meinem Spendenlauf 700km nach Berlin
häufiger gestellt.
Meine Antwort darauf ist meistens:
"Was treibt Menschen an, nichts zu tun?"
Wenn Menschen vergessen werden.
Wenn Geschichte verschwindet.
Wenn Unrecht passiert.
Dann frage ich mich nicht, ob ich etwas tun sollte.
Ich frage mich, was ich tun kann.
Ein Gespräch, eine Hand, die man reicht oder einfach die Person sein, die den ersten Schritt Richtung Veränderung geht und dadurch weitere motiviert.
Nichts tun ist rund um das Thema Menschenwürde keine Option.


Wir gestalten die Vergangenheit von morgen.
Was heute passiert,
wird irgendwann Geschichte sein.
Die Menschen, denen wir begegnen.
Die Entscheidungen, die wir treffen.
Die Themen, für die wir einstehen.
Vieles davon wird irgendwann nur noch eine Erinnerung sein.
Die Frage ist:
Was soll von unserer Zeit bleiben?
Ich finde, darüber lohnt es sich nachzudenken.
Nicht erst morgen.
Welche Spur möchtest du hinterlassen?
Ich glaube, darum geht es am Ende.
Nicht darum, wie viel man erreicht hat. Nicht darum, wie oft der eigene Name irgendwo steht. Sondern um die Menschen, denen man auf seinem Lebensweg begegnet ist - und was sie von dieser Begegnung mitnehmen.
Was sich vielleicht verschieben durfte, weil man da war.
Ich möchte Menschen sehen.
Ihre Geschichten hören.
Etwas bewegen, wenn es möglich ist. Das ist alles.
Und im besten Fall bleibt davon eine Spur.


Veränderung beginnt oft mit einem anderen Blick auf das, was wir längst zu kennen glauben.
Manchmal braucht es dafür keine neue Idee. Nur den Mut,
noch einmal hinzusehen.
Als Jugendlicher wollte ich Rockstar werden.
Heute weiß ich, dass es mir dabei gar nicht nur um die Musik ging.
Ich wollte gesehen werden.
Menschen erreichen.
Etwas auslösen.
Und genau das ist geblieben.
Heute geht es mir darum,
Menschen zu bewegen, hinzuschauen und für das einzustehen, was ihnen wichtig ist.
Die Bühne ist dafür ein guter Ort.
Und ein bisschen Rockstar steckt vielleicht immer noch in mir.

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