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Michael Fritz

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Michael Fritz  / Sozialunternehmer / Aktivist / Mitgründer von Viva con Agua.

Wasser für alle. Alle für Wasser. Michael Fritz glaubt daran, dass gesellschaftliche Veränderung nicht trocken sein muss. Dass Engagement Spaß machen darf. Dass Menschen sich leichter bewegen lassen, wenn man ihnen nicht nur ein Problem zeigt. Und dass aus einer Idee eine Bewegung werden kann, wenn die richtigen Menschen zusammenkommen. Seit 2006 arbeitet er mit Viva con Agua daran, den Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung weltweit zu verbessern. Was einmal mit einer kleinen Gruppe von Freunden begann, ist heute ein internationales Netzwerk. Aber Viva con Agua ist nur die sichtbarste Spur, die Micha hinterlassen hat.

WOFÜR STEHST DU?

Für eine Welt, in der Wasser kein Privileg ist.

 

Micha ist in einer Welt aufgewachsen, in der Wasser selbstverständlich war. Hahn auf. Wasser da. Toilette benutzen. Durst haben. Trinken.

 

Er selbst beschreibt dieses Aufwachsen heute als Privileg.

 

Irgendwann wurde aus diesem Bewusstsein Verantwortung.

 

Denn Wasser ist kein Luxusgut. Wasser ist ein Menschenrecht.

 

Und wenn etwas für einen selbst selbstverständlich ist, während es für andere Menschen nicht selbstverständlich ist, stellt sich irgendwann die Frage:

 

Was mache ich mit diesem Privileg?

 

Für Micha war die Antwort keine theoretische.

 

Er begann, Menschen zusammenzubringen. Ideen auszuprobieren. Aktionen zu machen. Spenden zu sammeln. Kommunikation neu zu denken.

 

Und daraus entstand Viva con Agua. 

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WAS TREIBT DICH AN?

Die Möglichkeit, etwas zu verändern.

 

Micha scheint Energie daraus zu ziehen, dass aus einer Idee etwas Echtes wird.

 

Ein Gespräch wird zu einer Idee.

Eine Idee wird zu einer Aktion.

Eine Aktion bringt Menschen zusammen.

Und irgendwann entsteht daraus etwas, das größer ist als die ursprüngliche Idee.

 

Genau darin liegt eine seiner besonderen Fähigkeiten: Er aktiviert.

 

Nicht über moralischen Druck, sondern über Begeisterung, Kultur, Humor, Musik, Kunst, Sport und Gemeinschaft. 

 

Vielleicht ist das auch der Grund, warum Viva con Agua nie wie eine klassische Hilfsorganisation wirken sollte.

 

Micha wollte Menschen nicht erst davon überzeugen, dass die Welt schlecht ist.

 

Er wollte ihnen zeigen, dass sie etwas tun können.

 

Und dass es sich gut anfühlen darf, gemeinsam etwas zu bewegen.

WELCHE SPUR MÖCHTEST DU HINTERLASSEN?

Dass Menschen sich einmischen.

 

Micha möchte etwas hinterlassen, das größer ist als eine Organisation.

 

Eine Haltung.

 

Die Überzeugung, dass jeder Mensch etwas bewegen kann. Dass gesellschaftliches Engagement nicht bei Betroffenheit enden muss. Und dass Veränderung leichter wird, wenn Menschen sich zusammentun und dabei sogar Spaß haben.

 

Vielleicht zeigt sich diese Spur schon heute überall dort, wo Menschen durch Viva con Agua selbst aktiv geworden sind.

 

Jemand gibt seinen Pfandbecher ab.

Jemand organisiert eine Spendenaktion.

Jemand gründet eine Crew.

Jemand bringt eine neue Idee mit.

 

Und plötzlich ist aus „Ich kann ja sowieso nichts ändern“ ein „Warum eigentlich nicht?“ geworden.

 

Genau dieses Gefühl könnte die Spur sein, die Micha hinterlassen möchte:

 

Menschen, die nicht darauf warten, dass jemand anderes anfängt.

 

Denn eine Bewegung lebt irgendwann nicht mehr von der Person, die sie angestoßen hat.

 

Sie lebt von den Menschen, die sie weitertragen.

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Menschen für Veränderung begeistern.

Denn wer Menschen bewegen will, muss ihnen nicht nur zeigen, was falsch läuft. Er muss ihnen zeigen, was möglich ist. 

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MENSCHEN IN BEWEGUNG BRINGEN

Micha Fritz ist nicht der Typ Aktivist, der sich mit einem Megafon auf einen Platz stellt und darauf wartet, dass jemand zuhört.

 

Er geht dahin, wo Menschen sowieso sind.

 

Auf Festivals.

Ins Stadion.

In Galerien.

Auf Konzerte.

Ins Internet.

 

Musik, Kunst und Sport sind für ihn keine Nebenschauplätze. Sie sind Sprachen, über die Menschen miteinander in Verbindung kommen. 

 

Und genau daraus entsteht seine Art von Aktivismus:

 

Menschen sollen nicht nur verstehen. Sie sollen Lust bekommen, Teil davon zu sein.

AUS EINER IDEE WIRD EINE BEWEGUNG

2006 gründete Michael Fritz gemeinsam mit Benjamin Adrion und weiteren Freunden Viva con Agua.

 

Ohne großes Konzept.

Ohne großes Budget.

 

Aber mit einer Idee:

 

Wasser für alle – alle für Wasser.

 

Was daraus entstanden ist, reicht heute weit über den ursprünglichen Verein hinaus: ein internationales Netzwerk, verschiedene Organisationen und Social Businesses und eine Community aus tausenden Menschen, die sich für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene engagieren. 

 

Vielleicht ist genau das eine der interessantesten Geschichten an Micha:

 

Er hat nicht versucht, von Anfang an eine große Organisation zu bauen.

 

Er hat angefangen.

 

Und dann immer wieder geschaut:

 

Was könnte als Nächstes funktionieren?

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PRIVILEGIEN SIND KEIN GRUND, SICH ZURÜCKZULEHNEN.

Micha spricht ungewöhnlich offen über seine eigene privilegierte Ausgangssituation.

 

Er ist in Deutschland aufgewachsen. Er hatte Zugang zu Bildung. Wasser war für ihn selbstverständlich.

 

Heute fragt er sich deshalb weniger, ob er etwas verdient hat.

 

Sondern eher, was er mit den Möglichkeiten machen kann, die er bekommen hat.

 

Diese Haltung zieht sich durch seine Arbeit.

 

Und sie erklärt vielleicht auch, warum er seine eigene Rolle nicht besonders gerne überhöht.

 

Er beschreibt sich selbst lieber als jemand, der Menschen zusammenbringt und Dinge in Bewegung bringt. 

WAS SOLL BLEIBEN?

Das ist für mich die spannendste Frage an einen Menschen, der fast zwei Jahrzehnte seines Lebens in eine Idee investiert hat.

 

Was bleibt davon, wenn du irgendwann nicht mehr daran arbeitest?

 

Bei Micha könnte die Antwort ziemlich groß sein.

 

Menschen, die durch Viva con Agua verstanden haben, dass Engagement nicht kompliziert sein muss.

 

Menschen, die zum ersten Mal gespendet haben.

 

Menschen, die sich einer Crew angeschlossen haben.

 

Menschen, die auf einem Festival einen Pfandbecher abgegeben und dabei eine Idee kennengelernt haben.

 

Menschen, die selbst angefangen haben, etwas zu verändern.

 

Und vielleicht vor allem:

 

Menschen, die gemerkt haben, dass sie etwas bewirken können.

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